A wavy line is drawn across the middle of the original plans

Ausstellung
19. April bis 10. Juni 2012
Eröffnung am Mittwoch, 18. April 2012, 19 Uhr

Chantal Akerman, Ruth Buchanan, Liudvikas Buklys, Saim Demircan, Sara Deraedt, _fabrics interseason (Wally Salner, Johannes Schweiger), Lasse Schmidt Hansen, Benjamin Hirte, Marie Lund, David Maljkovic, Michaela Meise, Nicole Wermers, Heimo Zobernig.

Die Arbeiten in der Ausstellung sind vorrangig aus einfachen Materialien und Baustoffen geformt. Sie reflektieren alltäglichen Gebrauch. Ihr Blick auf die Welt ist ein transzendenzloser. Der Sublimität des Minimalismus stellen sie ihre pure Physikalität gegenüber. Ihre Quelle ist der Baukasten, aus dem Normalität konstruiert ist.

Auf der Referenzebene verweisen manche der Arbeiten auf halböffentliche oder private Räume, wie sie der Identitätskonstruktion sinngerichtete Kontexte bieten. Die Verschiebungen, welche die Arbeiten gegenüber ihren funktionalen Vorbildern markieren, können minimal sein und doch Skepsis vermitteln. Wenn der Polizist sagt: “Halt, bleiben Sie stehen!”, so fragt sich die Ausstellung, was der in einem Gebäude verlegte Teppichboden zu sagen hat? Was hat der Architekt geplant? Wie wurde das Leben der Verbraucher/-innen imaginiert?

Die Ausstellung fragt nach dem Verhältnis gebauter Umgebungen zu den durch sie formulierten Ideen und Programmen. Jedem Produkt formaler Gestaltung ist die Utopie eines Raums angeschlossen, in dem es idealerweise erscheinen könnte. Dieser abstrakt entworfene Raum ist zugleich immer ein politischer Raum, der bestimmte Ordnungen und Identitäten definiert. Diese Perspektive lenkt den Blick auch auf den Aspekt der Autorität von Gestaltung, der im 20. Jahrhundert als moderne Ambivalenz zwischen Emanzipation und Kontrolle, zwischen Ermächtigung und Rationalisierung sichtbar wurde. Wie korrespondieren die gebauten Oberflächen und ihre Zwischenräume mit dem Leben, das darin stattfindet?

Søren Grammel, Kurator der Ausstellung

(Der Titel der Ausstellung ist dem Text Open Display For Particular Viewership von Ruth Buchanan entliehen.)

Das Projekt wurde teilgefördert durch ‘Kunsten en Erfgoed’.

Ausstellungsbooklet A wavy line is drawn across the middle of the original plans


The works in the exhibition are made primarily of simple building materials. They reflect everyday use. Their view of the world is without transcendence. They contrast the sublimity of minimalism with their pure physicality. Their source is the building kit, of which normality is constructed. At the level of reference, some of the works refer to semi-public or private spaces, as they provide contexts oriented to meaning for the construction of identity. The shifts that distinguish the works from their functional models can be minimal and yet convey skepticism. If the policeman says, “Stop, don’t move!”, the exhibition wonders what a carpet in a building has to say.

The exhibition is interested in the link between the built environment and the ideas and programs formulated through it. Every product of formal design embodies the utopia of a space, in which it can appear in an ideal way. This abstractly planned space is always a political space at the same time, which defines certain orders and identities. This perspective also draws the gaze to the aspect of authority in both artistic and architectural productions, which became visible in the 20th century as the ambivalence of Modernism between emancipation and control, between empowerment and rationalization.

Søren Grammel, Curator of the exhibition

The project was supported by ‘Kunsten en Erfgoed’.

(The exhibitions title is a sentence borrowed from the text Open Display For Particular Viewership by Ruth Buchanan.)