Alex Da Corte
THE SUPƎRMAN
20.04. – 17.06.2018

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Alex Da Corte
THE SUPƎRMAN
20.04. – 17.06.2018

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 19.04.2018, 19.00 Uhr

Das künstlerische Schaffen von Alex Da Corte, geboren 1980 in der US-amerikanischen Stadt Camden, umfasst Malereien, Skulpturen, Installationen sowie Filme, anhand derer er die Bedingungen sowie die Verworrenheit menschlicher Wahrnehmung und die damit verbundenen Reaktionen untersucht. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Komplexität der heutigen Konsumwelt und deren Verflechtungen mit sozialen, kulturellen und politischen Sphären. So lassen sich in seinem Werk die Auseinandersetzung mit Begrifflichkeiten wie Begehren, Hoffnung oder Sehnsucht genauso ausmachen, wie mit den Termini Abhängigkeit, Entfremdung oder Verlorenheit. Ausgangspunkt seiner Hervorbringungen sind zumeist Objekte und Szenerien aus seinem persönlichen wie auch aus dem allgemeineren gesellschaftlichen Umfeld, die er durch Modifikationen, Perspektivwechsel oder kontrastreiche Gegenüberstellungen in Kunstwerke transformiert, die kraftvoll an alle Sinne appelliert.

Im Zentrum der Präsentation von Alex Da Corte stehen vier filmische Arbeiten, die in der großen Halle des Kölnischen Kunstvereins zu einer eindringlichen Installation verquickt sind. Dabei handelt es sich bei den Filmen um das 2013 entstandene Werk TRUƎ LIFƎ sowie um die 2017 realisierte, dreiteilige Arbeit BAD LAND. Trotz der unterschiedlichen Entstehungsjahre haben beide Formulierungen denselben Ausgangspunkt, der eng mit einer persönlichen Erfahrung des Künstlers verbunden ist. So wurde ihm vor einigen Jahren von einem Freund ein Foto zugesandt, das ihn angeblich vor Leonardo da Vincis Mona Lisa im Pariser Musee du Louvre zeigen sollte, obwohl die Aufnahme in Wirklichkeit den US-amerikanischen Rapper Eminem festhielt. Diese, durch eine gewisse Ähnlichkeit begründete Verwechslung bewog Alex Da Corte dazu, sich mit dem weltbekannten Musiker und mit dessen Alter Ego Slim Shady auseinanderzusetzen, der in der Vergangenheit immer wieder dafür in der Kritik stand, Gewalt zu verherrlichen und schwulen- sowie frauenfeindlich zu sein. Ihn interessierte die Frage, was Eminem als Person ausmacht, welche Psychologie sich mit ihr verbindet und wie sie sich wohl in einem privaten Umfeld gebärden würde. Seine Beschäftigung mündete schließlich in der Arbeit TRUƎ LIFƎ, für die er in die Rolle des Rappers schlüpfte, indem er sich die Haare blond färbte, entsprechende Kleidungsstücke anzog und dessen Habitus annahm. Bezugnehmend auf die
Dokumentation 66 Scenes From America des dänischen Filmemachers Jørgen Leth, in welcher der Pop-Art-Künstler Andy Warhol einen Hamburger isst, zeigt TRUƎ LIFƎ den von Alex Da Corte gespielten Eminem beim Verzehr von Frühstückscerealien der in Nordamerika weitverbreiteten Marke life. Die Einfachheit, die die dargebotene Szene trotz aller kompositorischer Raffinesse aufweist und die die simplen Handlungen von Künstlern wie Bas Jan Ader, Gilbert & George oder Bruce Nauman ins Gedächtnis ruft, steht im Gegensatz zu dem Glanz und Ruhm sowie dem Drang und der Drastik, die der Rapper verkörpert. Eminem wird von Alex Da Corte mehr als Mensch, denn als unerreichbare und unbesiegbare Berühmtheit dargestellt, wobei durch die beiläufige, aber dennoch spürbare Platzierung einer Packung Cinnamon Life mit dem Werbebild eines afro-amerikanischem Jungen als lockender Blickfang erweiternd auch soziopolitische Aspekte spürbar werden.
Die drei Bad Land-Filme, die Alex Da Corte als zusammenhängendes Werk konzipiert hat und die mit ihrem Titel auf das als „Badlands“ bekannte Problemviertel in Philadelphia verweist, in dem sich das Atelier des Künstlers befindet, führen die in TRUƎ LIFƎ thematisierten Gedanken weiter fort. Der erste Film zeigt den Musiker in einem in zwei Bereiche untergliederten Setting, das mit seinen klaren, einheitlichen Rot- und Gelbtönen an eine poppige Variante von Ellsworth Kelly oder Blinky Palermo denken lässt. In der knapp elfminütigen Sequenz ist der Protagonist damit beschäftigt einen chaotischen Haufen von älteren Playstation-Controllern zu entknoten, um sie sodann vor sich auf einem tischartigen Unterbau ordentlich aufzureihen. Für Alex Da Corte fungiert die gezeigte Handlung als Sinnbild für Angst, Macht und Kontrolle, wobei durch die Banalität der Szene erneut mit dem generellen Bild von Eminem gebrochen wird.
Der zweite Film der Bad Land-Serie verweist demgegenüber wesentlich deutlicher auf die Gepflogenheiten eines Rappers. So zeigen die von atmosphärischen Klängen untermalten Bilder, wie der Musiker mit selbstgebauten Pfeifen und Wasserpfeifen Cannabis raucht. Hierbei überrascht, wie perfekt, künstlerisch und humorvoll die Rauchinstrumente aus unterschiedlichen Alltagsgegenständen gestaltet sind, ohne an Funktionstüchtigkeit einzubüßen. Im Zuge des Konsums scheint der Raucher insofern dann auch in einen tranceartigen Zustand zu verfallen, der von einem tiefen Lachen und intensivem Husten begleitet wird, was auf einen Mangel an Routine zurückzuführen zu sein scheint.
Der dritte und letzte Film der Bad Land-Folge, zeigt den Rapper schließlich bei der wohl ungewöhnlichsten Handlung. Vor einem grauen Hintergrund und begleitet von nicht eindeutig zuordenbaren Geräuschen und Tönen, ist der gespielte Eminem damit beschäftigt, zunächst seine Haare mit hellgelbem Senf einzufärben, indem er sie damit beschmiert. Im weiteren Verlauf des Films setzt er sich dann eine aus Papier gefertigte Krone eines Schnellrestaurants auf, die immer und immer wieder mit der Würzpaste eingerieben wird, obwohl sie bereits deutliche Spuren der Bearbeitung zeigt. Das für Macht stehende Symbol, das sich insbesondere in der Hip-Hop-Kultur großer Beliebtheit erfreut, wird somit nicht nur mit den Auswüchsen der Konsumgesellschaft in Verbindung gebracht, sondern ebenfalls mit spürbarem Witz in Frage gestellt. Dass der Rapper zum Ende der Sequenz mehr und mehr den Verstand zu verlieren scheint, kann in diesem Zusammenhang kaum verwundern, verbinden sich doch mit einem Herrschaftssymbol wie einer Krone doch immer auch die Angst, Macht zu verlieren, während Fast-Food-Ketten nicht selten für verführerische Illusionen stehen.
Die Auseinandersetzung mit psychologischen Parametern, wie sie sich sowohl in den Bad Land-Filmen als auch in TRUƎ LIFƎ offenbart, repräsentiert eine nicht unwesentliche Triebkraft für das Schaffen von Alex Da Corte, in dem sich die herkömmlichen Grenzen zwischen den verschiedenen Gattungen aufzulösen scheinen. Sie lässt sich nicht zuletzt auch an der Ausstellung THE SUPƎRMAN nachvollziehen, in deren Rahmen die Filme in eine komplexe Architektur eingebettet sind, die mit einer bemerkenswerten Intensität mit der Wahrnehmung und den Emotionen des Rezipienten spielt. So wird man nicht nur von der skulpturalen Präsenz der Filme, sondern ebenfalls von der malerischen Wirkung der Einbauten überwältigt, die irgendwo zwischen Pop Art und Surrealismus zu einem berauschenden Gesamtkunstwerk verschmelzen, das Erinnerung an Albträume genauso wachruft wie an Disneyland.

Alex Da Corte hatte unter anderem Einzelausstellungen im New Museum in New York (2017), in der Secession in Wien (2017), im Massachusetts Museum of Contemporary Art, North Adams (2017), im Boijmans Van Beuningen in Rotterdam (2015) sowie im Institute for Contemporary Art in Philadelphia (2015). Zudem war er an Gruppenausstellungen im Whitney Museum of American Art in New York (2017), im Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk (2016) sowie an der Biennale in Lyon (2015) beteiligt.

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Walter Price
Pearl Lines
20.04. – 17.06.2018

Version 2

Walter Price
Pearl Lines
20.04. – 17.06.2018

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 19.04.2018, 19.00 Uhr

Walter Price wurde 1989 in Macon, im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia geboren und lebt heute in der multikulturellen Weltstadt New York. Das mehrheitlich kleinformatige Werk des Künstlers lässt sich in Gemälde und Zeichnungen untergliedern, in denen er sich mit persönlichen Emotionen und Erfahrungen, gesellschaftlichen Konventionen sowie historischen Entwicklungen auseinandersetzt. Seine visuellen Formulierungen zeigen in der Regel Innen- oder Außenräume, die von Objekten, Lebewesen, Zeichen, Symbolen und Formen besetzt sind. So finden sich in den Arbeiten Verweise auf Gliedmaßen, Figuren, Palmen, Hüte, Sofas, Pissoirs und Autos genauso wie die Umrisse von Architekturen oder Vegetation. Dabei sind diese Bildelemente, die sich mal mehr und mal weniger deutlich dechiffrieren lassen, nicht immer in eine klare Beziehung zueinander gebracht, so dass eine Form von Narration zwar spürbar, aber nicht fassbar wird. Dieser Umstand wird nicht zuletzt auch dadurch unterstützt, dass der Amerikaner in seinen Kompositionen auf herkömmliche Ordnungsmuster verzichtet, Hierarchien unterwandert und Perspektiven aufhebt, was den Malereien und Zeichnungen eine ungewöhnliche Anmutung verleiht, die gelegentlich auf die schöne Einfachheit sowie den Purismus von Bildern von Kindern verweist.

Gelegentlich lassen sich in den Werken von Price ebenfalls Buchstaben und Schriftzüge ausmachen, wobei diese Setzungen zumeist nur angeschnitten oder teilweise verdeckt sichtbar sind, so dass sie nicht auf eine unmittelbare Lesbarkeit angelegt zu sein scheinen und eher wie das Echo eines verbalisierten Gedankens daherkommen. Als weiteres Merkmal vieler Arbeiten von Price kann deren intensive Farbigkeit angesehen werden, die auf einen virtuosen Umgang mit der Palette zurückzuführen ist. Zudem kennzeichnet eine große Zahl der Formulierungen ein erhöhtes Interesse für die Materialität der verwendeten Werkstoffe, was sich sowohl an einem stark gestischen und damit haptisch spürbaren Farbauftrag sowie an der Sichtbarlassung der Mal- und Zeichengründe nachvollziehen lässt. Dabei kann in der starken, expressiven Farbigkeit, wie auch in dem spezifischen Umgang mit den Arbeitsmitteln ein bewusste Auseinandersetzung mit den Vertretern der klassischen Moderne in Europa, wie auch mit den Spätausläufern der US-amerikanischen Nachkriegskunst gesehen werden, wobei der Künstler trotz aller Bezugnahmen mit Souveränität eine eigene Sprache formuliert.

Im Rahmen der Ausstellung im Kölnischen Kunstverein soll das Schaffen von Price erstmals umfassender in Deutschland vorgestellt und gewürdigt werden. Dabei sollen sowohl ältere als auch neuere Werke in den Fokus rücken, die durch ortsspezifische Wandmalereien und -zeichnungen eine Ergänzung finden. Zudem soll das Schaffen durch einen umfassenden, zweisprachigen Katalog erläutert werden, der die Präsentation in Köln begleitet und dokumentiert.

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Sam Anderson

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Sam Anderson

Der Kölnische Kunstverein, das SculptureCenter (New York) und Mousse Publishing (Mailand) freuen sich, die Veröffentlichung des Buches Sam Anderson bekanntgeben zu können. Bei der Publikation handelt es sich um die erste Monografie über die amerikanische Künstlerin, in deren Rahmen ihr Schaffen ausgehend von ihren jüngsten Einzelausstellungen in Amerika und Deutschland umfassend erläutert wird.
Während Ruba Katrib in ihrem Aufsatz die im Mai 2017 im New Yorker SculptureCenter eröffnete Schau The Park in den Blick nimmt und damit einhergehend die neuesten Werke von Anderson vorstellt, rückt Moritz Wesseler in seinem Essay insbesondere ältere Arbeiten der Künstlerin in den Fokus. Sie waren zentraler Gegenstand der Präsentation Big Bird, die ab Juli desselben Jahres im Kölnischen Kunstverein zu sehen war. Lia Gangitano ergänzt die Publikation schließlich um ein Interview mit Anderson, anhand dessen wichtige Hintergrundinformation zur Werkgenese wie auch zur Konzeption der Ausstellungen vermittelt werden.

Die Publikation Sam Anderson wurde großzügig unterstützt von der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, der Leinemann Stiftung für Bildung und Kunst, Chapter NY, Tanya Leighton Gallery und Mother’s Tankstation Limited.

Texte von: Lia Gangitano, Ruba Katrib und Moritz Wesseler
Gestaltung: Mousse Publishing
2017
104 Seiten, Englisch
Softcover, 22 x 29 cm
ISBN 978886749098

€ 28 / € 25 für Mitglieder

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Vereinsgabe 2017
Luc Tuymans

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Luc Tuymans: Apple (Vereinsgabe), 2017
Digitaldruck auf Karton, 25 x 26,5 cm
ungerahmt, rückseitig handsigniert

© Foto: Simon Vogel

Wichtiger Hinweis – Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins können die Vereinsgabe ab dem 17. Februar 2017 während der Ausstellungsöffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr) abholen. Bitte beachten Sie, dass eine Abholung in der ausstellungsfreien Zeit nicht möglich ist! Bis zum 31. August 2018 ist das Kunstwerk für die Vereinsmitglieder reserviert.

Es ist uns eine große Freude und Ehre, mitteilen zu können, dass sich der Maler und Zeichner Luc Tuymans dazu bereit erklärt hat, die Vereinsgabe 2017 zu gestalten. Tuymans, der 1958 in der belgischen Stadt Mortsel geboren wurde, zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. So war er bereits zweimal an der Documenta in Kassel beteiligt (1992 und 2002) und repräsentierte das Land Belgien auf der Biennale von Venedig (2001). Zudem wurde sein Schaffen in den vergangenen fünfzehn Jahren sowohl in Europa als auch in Amerika im Rahmen von umfassenden Retrospektiven gewürdigt.

In den Fokus der internationalen Kunstszene geriet das Werk von Tuymans zu Beginn der 1990er Jahre, als die Gattung Malerei kaum mehr Relevanz zu haben schien. Damals präsentierte er zumeist kleinformatige Gemälde, die durch eine zurückgenommene Farbpalette gekennzeichnet waren, so dass seine Bildmotive wie ausgewaschen oder verblichen anmuteten. Die Reduktion, Unaufdringlichkeit und Stille der Arbeiten stand dabei nicht selten im Gegensatz zu der Drastik und inhaltlichen Vehemenz der dargestellten Themen, bei denen es sich um geschichtliche wie auch soziale Ereignisse, Prozesse und Phänomene, wie etwa den Holocaust oder später die Kolonialpolitik in Belgisch-Kongo und den 11. September 2001, handelte.

Die Themen von Tuymans beschränken sich allerdings nicht auf Schreckensszenarien der Menschheit; in seinem Œuvre treffen ebenfalls Darstellungen von trivialen Momenten des Alltags auf Auseinandersetzungen mit elementaren Daseinsbedingungen. Unabhängig vom Sujet zeugen die Arbeiten des Belgiers von dem Bestreben, sich der Problematik zu nähern, wie sich individuelles oder kollektives Gedächtnis konstituiert und welche Rolle Bilder in diesem Zusammenhang einnehmen können.

Bei der Arbeit, die Tuymans als Vereinsgabe exklusiv für die Mitglieder des Kölnischen Kunstverein gestaltet hat und mit der wir uns bei ihnen für Ihre andauernde Unterstützung bedanken möchten, handelt es sich um einen annähernd quadratischen Digitaldruck auf Karton, der einen Apfel zeigt. Das Obststück, das in matten Grau- und Grüntönen dargestellt ist, scheint im unteren Bereich aus der Form gebracht zu sein, wobei unklar ist, was zum Verlust des Fruchtfleisches geführt hat. Dabei ruft das Bild unweigerlich sowohl die vielfältige Symbolik des Apfels, als auch die Tradition der Vanitas in Erinnerungen, so dass das Werk weit über den wiedergegebenen Gegenstand hinausweist.

Die Umsetzung von ambitionierten Projekten, wie die Realisierung einer Vereinsgabe, ist nicht ohne die Unterstützung unserer Freunde und Partner möglich. Insofern möchten wir in diesem Zusammenhang zunächst einmal Luc Tuymans herzlich dafür danken, dass er – nach Rosemarie Trockel, Lawrence Weiner, Kai Althoff sowie Isa Genzken – sein Einverständnis gegeben hat, ein Werk für die Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins zu gestalten. Ferner gilt unser Dank Frau Gerburg Imhoff, Frau Jutta Rohde sowie der Imhoff Stiftung, die die Produktion des Werkes mit großer Begeisterung gefördert haben.

Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins können die Vereinsgabe ab dem 21. Oktober 2017 während der Ausstellungsöffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr) abholen. Bitte beachten Sie, dass eine Abholung in der ausstellungsfreien Zeit nicht möglich ist! Bis zum 31. August 2018 ist das Kunstwerk für die Vereinsmitglieder reserviert.

Hintergrund:
Der Kölnische Kunstverein initiierte im Herbst 2013 ein außergewöhnliches Projekt, das einen Brückenschlag zwischen den historischen Traditionen deutscher Kunstvereine und der Gegenwart darstellt. In Anlehnung an die im 19. Jahrhundert weit verbreiteten “Nietenblätter“, wurde die sog. „Vereinsgabe“ ins Leben gerufen, die den Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins alljährlich kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Dabei handelt es sich um ein Original, dessen Auflage sich nach der Höhe der Mitgliederzahl richtet. Mit dieser Geste soll daran erinnert werden, dass die Mitglieder die zentrale Grundlage für die Aktivitäten des Kunstvereins darstellen und sich mit der Institution seit ihrer Begründung im 19. Jahrhundert ein klarer demokratischer Gedanke verbindet. Die bisherigen Autoren der Vereinsgabe waren Rosemarie Trockel (2013), Lawrence Weiner (2014), Kai Althoff (2015) und Isa Genzken (2016). Die verschiedenen Vereinsgaben trugen dazu bei, dass sich die Mitgliederzahl des Kölnischen Kunstvereins seit 2013 signifikant erhöhte.

Vereinsgabe 2016: Isa Genzken
Vereinsgabe 2015: Kai Althoff
Vereinsgabe 2014: Lawrence Weiner
Vereinsgabe 2013: Rosemarie Trockel

Mit freundlicher Unterstützung durch:
Imhoff Stiftung