Archivreihe “Der springende Punkt: Happening und Fluxus”, 2007

Archivreihe “Der springende Punkt: Happening und Fluxus”, Kölnischer Kunstverein 1970,
ausgewählt und präsentiert von Marcel Odenbach

20. April – 21.Dezember 2007, 2. Obergeschoss

In Form einer jährlich wechselnden Ausstellung gibt „Der springende Punkt“ Einblick in Archive von Institutionen oder Personen, die auf Grund ihrer experimentellen Ausstellungsprogramme oder besonderen kuratorischen Handschrift wichtige Anknüpfungspunkte für die Arbeit des Kölnischen Kunstvereins bieten.
Für die Entwicklung dieser Reihe ist jeweils eine Zusammenarbeit mit einem Künstler vorgesehen, der eine besondere Affinität zu der jeweils ausgewählten Institution hat. Der Künstler wird eingeladen, das Archivmaterial zu recherchieren und eine entsprechende Präsentation dafür zu entwickeln. Somit geht es um die Auswahl eines bestimmten Moments der Geschichte dieser Institution, der durchaus persönliche Bedeutung für Künstler wie Kuratorinnen hat, nicht um die Präsentation eines Gesamtarchivs.

Für diese Ausstellung ist der Kölner Künstler Marcel Odenbach eingeladen. Seine lange Aktivität im Kunstverein als Künstler und Mitglied, gepaart mit seinem Interesse an der Auf- und Verarbeitung von Geschichte(n) ist eine ideale Voraussetzung für die Beschäftigung mit diesem Archiv. Ausgangspunkt seiner Recherche ist die Ausstellung „Happening und Fluxus“ von 1970, durch die er zum ersten Mal auf den Kölnischen Kunstverein aufmerksam wurde. Nicht nur sein Großvater, sondern eine große Gruppe an Mitgliedern aus dem Kölner Süden verließ anlässlich der aktionistischen, provozierenden Ausstellung empört den Kunstverein. Gleichzeitig traten aber auch eine große Gruppe an jungen, neuen Mitgliedern in den Kunstverein ein.

„Happening und Fluxus“ war schon in der Auswahl der Künstler und in der Art der Installation mit Konfliktbereitschaft angelegt. Interessant an dieser Ausstellung und den durch sie ausgelösten Ereignissen ist die Frage nach der gesellschaftlichen Rolle der Kunst in der frühen Zeit der Bonner Republik, die sich in der öffentlichen Diskussion der Ausstellung durch Politiker und Bürger widerspiegelt, aber auch die Frage nach der Kunststadt Köln. Odenbach zeigt Ausstellungskataloge, Editionen, Briefe, Fotos und weitere Dokumente als eine Auswahl von Materialien, die den historischen Moment aus dem Blickwinkel der Ausstellungsmacher Harald Szeemann und Wolf Vostell, des Kunstvereinsdirektors Toni Feldenkirchen und der Perspektive des Publikums einfangen soll.