Vorschau: Jahresgaben 2018
1. – 19. Dezember 2018

KKV-postkarte-Quadrat-Web

Jahresgaben 2018
1. – 19. Dezember 2018

Freitag, 30. November 2018
18.00 Uhr Ausstellungseröffnung
21.00 Uhr Mark von Schlegell und Ellen Yeon Kim, MUFA (Museum of Unfinished Art)
Radio Play / Performance, 40 min (in englischer Sprache)

Boris Becker, Julien Ceccaldi, Nicolas Ceccaldi, Mark Dion, Shannon Ebner, Michaela Eichwald, Morgan Fisher, Gina Folly, Morag Keil, Yuki Kimura, Klara Liden, Hilary Lloyd, Shahryar Nashat, Henrik Olesen, Martin Parr, Michael Pfrommer, Jack Pierson, Heji Shin, Amelie von Wulffen

Wir freuen uns, die diesjährige Ausstellung der Jahresgaben präsentieren zu können mit einer Auswahl von Editionen oder originalen Kunstwerken von bedeutenden internationalen und lokalen Künstlerinnen und Künstlern, die dem Kölnischen Kunstverein verbunden sind. So können unsere Mitglieder hervorragende Werke, die zum großen Teil speziell für den Kunstverein produziert wurden, zu besonderen Preisen erwerben und werden gleichzeitig für ihr Engagement belohnt.

Der Verkauf der Jahresgaben dient dem Kunstverein außerdem als finanzielles Mittel für sein weiteres Programm. Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins unterstützen die Institution wesentlich mit einem jährlichen Beitrag.

Jetzt Mitglied werden

Vorschau: Cut-Up
und Wolfgang Tillmans
23. November – 19. Dezember 2018

KKV-Einladung-Cut Up-181030-oberen Drittel_neu

Eröffnung am 22. November 2018, 19 Uhr

Cut-Up ist ein vierwöchiges Programm von Ausstellungen, Vorträgen, Musik, Performances, Screenings und einer Magazin-Präsentation. KünstlerInnen, MusikerInnen, Autoren, Verleger und ein internationaler Projektraum wurden eingeladen, den Kunstverein mit seinen unterschiedlichen Räumlichkeiten von Ausstellungshalle, Kino, Theatersaal und Studio mit einem aktiven und vielseitigen Programm zu beleben. Die Methode des Cut-Up bezeichnet eine von Brion Gysin und William S. Burroughs ins Leben gerufene Collage-Strategie des Zerschneidens und Neu-Arrangierens, um Texte, Bilder oder Sound von der ihnen zugewiesenen Bedeutung herauszulösen und sie einer anderen, variierenden (Bedeutungs-) Ebene zuzuführen. Die eingeladenen Gäste beziehen sich in unterschiedlicher Weise auf dieses Verfahren. So kann ein Format im Charakter einer „lebendigen Gesamtstruktur“ entstehen, das nicht statisch verweilt, sondern imstande ist, sich kontinuierlich zu verändern und im Wissen um die Vorläufigkeit das Gefühl des Moments verstärkt. So entsteht ein Ort des Zusammenspiels von regionaler und internationaler Interaktion und jede Präsentation befördert vielfältige Kollaborationen, Hybridisierungen und Performativität.

Mit den Teilnehmenden:
Michael Amstad, Marie Angeletti, Bonnie Camplin, Eric D. Clark, Kerstin Cmelka, Marte Eknæs, Helene Hegemann, Karl Holmqvist, Ellen Yeon Kim, Mario Mentrup, Luzie Meyer, Johanna Odersky, Deborah Schamoni, Mark von Schlegell, Starship, Rirkrit Tiravanija, Nicolau Vergueiro, Adrian Williams

Sorry I’m Late. XOXO Echo
Der Einladung des Kölnischen Kunstvereins folgend, organisiert der ehemals in Zürich ansässige Kunstraum Taylor Macklin eine Ausstellung zur Beschaffenheit und Interpretation von Räumen und deren Bedingungen.
Mit: Der Alltag (Sensationen des Gewöhnlichen), Andrea Büttner, Nicolas Buzzi, Brice Dellsperger, Maya Deren, Ayasha Guerin, Eva Meyer & Eran Schaerf, Carissa Rodriguez, Ben Rosenthal & Flavio Merlo, Li Tavor, Miriam Yammad, Constantina Zavitsanos

Wolfgang Tillmans
Anlässlich der Gestaltung der Vereinsgabe 2018 richtet Wolfgang Tillmans eine Art Playback-Room in unserem Studio ein, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, seine Musik von der Langspielplatte zu hören. Für seine Vereinsgabe räumte er seinem fortwährenden Interesse an Musik einen Platz ein und produzierte eine Schallplatte, sowie Cover und Innentasche. Entstanden ist ein „Kehrschaufel“-Konzert für die A-Seite und eine Musik-Collage von selbst mitgeschnittenen Radio-Aufnahmen aus den 80er-und 90er-Jahren, außerdem ein eigener Song „The Future is Unwritten“ von 1985 für die B-Seite. 2014 konzipierte Tillmans bereits die dreiteilige Ausstellungsreihe Playback-Room in seinem non-profit Ausstellungsraum Between Bridges, den er im selben Jahr in Berlin wiedereröffnete, nachdem er seit 2006 in London beheimatet war. 2016 wurden Playback-Rooms im Lenbachhaus in München und 2017 innerhalb einer Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans in der Tate Modern eingerichtet.

Veranstaltungen im November

Donnerstag, 22.11.
19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung mit Einführung von Nikola Dietrich

Freitag, 23.11.
15 bis 17 Uhr
Workshop mit Ayasha Guerin
19 Uhr
Filmscreening Rirkrit Tiravanija, Karl’s Perfect Day, 2017, 94 min
mit einem Artist Talk und einer Lesung von Karl Holmqvist

Freitag, 30.11.
19 Uhr
Eröffnung der Jahresgaben-Ausstellung 2018
21 Uhr
Mark von Schlegell und Ellen Yeon Kim, MUFA (Museum of Unfinished Art) Radio Play / Performance, 40 min

Die Veranstaltungen werden zudem regelmäßig über unseren Newsletter bekannt gegeben.

Motiv von Karl Holmqvist, 2018

Vereinsgabe 2018
Wolfgang Tillmans

KKV-postkarte-WT-181030-Quadrat-Web3
Wolfgang Tillmans: Vereinsgabe Kölnischer Kunstverein 2018
Langspielplatte, Offsetdruck-Cover und -Innentasche, gestaltet von Wolfgang Tillmans
© Foto: Studio Wolfgang Tillmans

Wir freuen uns sehr, für die Vereinsgabe 2018 den Künstler Wolfgang Tillmans gewonnen zu haben. Trotz seines überaus dichten Ausstellungsjahres hat er ein Werk speziell für die Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins entworfen. Dabei räumt er seinem fortwährenden Interesse an Musik einen Platz ein, indem er eine Schallplatte produziert sowie ein Cover und eine Innentasche gestaltet hat. Entstanden ist ein „Kehrschaufel“-Konzert für die A-Seite und eine Musik-Collage von selbst mitgeschnittenen Radio-Aufnahmen aus den 80er-und 90er-Jahren, außerdem ein eigener Song „The Future is Unwritten“ von 1985 für die B-Seite.

Wolfgang Tillmans ist einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart. Am Beginn seiner Karriere standen seine scheinbar beiläufigen, Schnappschuss-artigen Fotoaufnahmen von Freunden und Jugendlichen seiner direkten Umgebung, so dass er alsbald als Dokumentarist seiner Generation, insbesondere von der Londoner Club- und Schwulenszene, angesehen wurde. Seine künstlerische Praxis umfasst inzwischen ein breites Spektrum an Genres: Portraits, Stillleben, Landschafts- und abstrakte Fotografien ebenso wie skulpturale Abstraktionen, Videoarbeiten und Musikprojekte – allesamt motiviert von einem ästhetischen wie politischen Interesse sowie einem grundsätzlichen Nachdenken über die Welt.

Seit den 1990er-Jahren hat er zahlreiche, zumeist selbst konzipierte und gestaltete Publikationen und Editorials veröffentlicht, seit 1990 regelmäßig in der in Köln ansässigen Spex oder der Londoner i-D. Seit einigen Jahren legt Tillmans wieder einen verstärkten Fokus auf Musik: er produziert eigene Songs und Musikvideos und tritt als Musiker und DJ auf. Innerhalb der letzten zwei Jahre sind sieben musikalische Veröffentlichungen, überwiegend EPs, von Wolfgang Tillmans erschienen: als Solokünstler, als Kollaborateur mit Musikern wie Billie Ray Martin oder Roman Flügel und als ‘Fragile’, einem in verschiedenen Konstellationen auftretenden Performance-Projekt. 2014 konzipierte Tillmans die dreiteilige Ausstellungsreihe Playback Room in seinem non-profit Ausstellungsraum Between Bridges, den er im selben Jahr in Berlin wiedereröffnete, nachdem er seit 2006 in London beheimatet war. 2016 wurden Playback Rooms im Lenbachhaus in München und 2017 innerhalb einer Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans in der Tate Modern eingerichtet. Vergleichbar mit musealen Räumen, die einen optimalen Rahmen zum Betrachten von Kunst ermöglichen, wurden die Playback Rooms als Orte konzipiert, an dem Musik in Studioqualität erfahren werden kann.
Im Kölnischen Kunstverein wird nun anlässlich der Gestaltung der Vereinsgabe ab 22. November ebenfalls eine Art Playback Room eingerichtet werden, um den Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, Tillmans‘ Musik in Originalqualität und als Langspielplatte hören zu können.

Wolfgang Tillmans wurde 1968 in Remscheid geboren und studierte von 1990 bis 1992 am Bournemouth and Poole College of Art and Design. Als erstem Fotografen und nichtbritischem Künstler wurde ihm 2000 der Turner Prize verliehen, 2013 wurde er Mitglied der Royal Academy of Arts, 2015 erhielt er den Hasselblad Foundation International Award in Photography und kürzlich den Kaiserring 2018 der Stadt Goslar. Seit den frühen 1990er Jahren werden seine Arbeiten in großen Einzelausstellungen in internationalen Institutionen gezeigt; in den letzten Jahren unter anderem in der Kunsthalle Zürich (2012), im Moderna Museet in Stockholm (2012/2013), im K21 in Düsseldorf (2013), im National Museum of Art in Osaka (2015), im Serralves Museum in Porto (2016), in der Tate Modern in London (2017), in der Fondation Beyeler in Basel (2017), im Kunstverein Hamburg (2017) und im Carré d’Art – Musée d’art contemporain in Nîmes (2018). Anfang 2018 eröffnete Tillmans Einzelausstellungen im Musée d’Art Contemporain et de Multimédias in Kinshasa und in der Circle Art Gallery und im GoDown Arts Centre Nairobi in Kenya, die ersten Stationen einer Ausstellungstour in Afrika und Asien. Seit 1993 wird Wolfgang Tillmans von der Galerie Buchholz in Köln und Berlin gezeigt und seine Werke sind in vielen Kunstsammlungen im Rheinland vertreten. Zuletzt waren seine Arbeiten innerhalb von Gruppenausstellungen u.a. in der Städtischen Galerie in Remscheid, im Museum Ludwig in Köln, im Kunstmuseum Bonn und im Folkwang Museum Essen zu sehen. Wolfgang Tillmans lebt und arbeitet in Berlin und London.

Ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Freunde und Partner wäre die Umsetzung von ambitionierten Projekten, wie die Realisierung einer Vereinsgabe, nicht möglich. Zuvorderst möchte ich Wolfgang Tillmans herzlich für diese einzigartige Arbeit und seine Zeit danken, die er für ihre Konzeption und Umsetzung aufgebracht hat. Ebenso danke ich Lena Zimmermann, der Galerie Buchholz und dem Studio Tillmans in Berlin. Unser außerordentlicher Dank richtet sich an Susanne Imhoff und die Imhoff Stiftung, die die Produktion des Werkes – nun bereits zum sechsten Mal – mit großer Begeisterung unterstützt haben.

Unsere Mitglieder können die Vereinsgabe ab dem 23. Oktober 2018 während der Ausstellungsöffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr) abholen. Bitte beachten Sie, dass eine Abholung in der ausstellungsfreien Zeit nicht möglich ist! Bis zum 30. September 2019 ist das Kunstwerk für die Vereinsmitglieder reserviert.

Hintergrund:
Der Kölnische Kunstverein initiierte im Herbst 2013 ein außergewöhnliches Projekt, das einen Brückenschlag zwischen den historischen Traditionen deutscher Kunstvereine und der Gegenwart darstellt. In Anlehnung an die im 19. Jahrhundert weit verbreiteten “Nietenblätter“, wurde die sog. „Vereinsgabe“ ins Leben gerufen, die den Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Dabei handelt es sich um ein Original, dessen Auflage sich nach der Höhe der Mitgliederzahl richtet. Mit dieser Geste soll daran erinnert werden, dass die Mitglieder die zentrale Grundlage für die Aktivitäten des Kunstvereins darstellen und sich mit der Institution seit ihrer Begründung im 19. Jahrhundert ein klarer demokratischer Gedanke verbindet. Die bisherigen Autoren der Vereinsgabe waren Rosemarie Trockel (2013), Lawrence Weiner (2014), Kai Althoff (2015), Isa Genzken (2016) und Luc Tuymans (2017).

Vereinsgabe 2017: Luc Tuymans
Vereinsgabe 2016: Isa Genzken
Vereinsgabe 2015: Kai Althoff
Vereinsgabe 2014: Lawrence Weiner
Vereinsgabe 2013: Rosemarie Trockel

Mit freundlicher Unterstützung durch:
Imhoff Stiftung

logo-imhoff-stiftung

Julien Ceccaldi Solito
8. September –
11. November 2018

KKV-web-Solito-1240x1748px

Julien Ceccaldi Solito
8. September – 11. November 2018

Ausstellungseröffnung am Freitag, 7.9.2018, 18.00 Uhr
Lesung aus dem Comicbuch Solito von Julien Ceccaldi (in englischer Sprache), 21.00 Uhr
mit anschließenden Snacks und Drinks in Kollaboration mit Okey Dokey II

In der ersten umfassenden Ausstellung Solito von Julien Ceccaldi, die in einer zweimonatigen Vorbereitung vor Ort im Kölnischen Kunstverein produziert wurde, entspinnt sich ein Märchen um die gleichnamige Hauptfigur – einem lüsternen, jungenhaften 30-jährigen Mann, der es unerträglich findet, noch Jungfrau zu sein und gewillt ist, sich jedem hinzugeben. Der Plot ist inspiriert von bekannten Erzählungen, so beispielsweise von „Die Schöne und das Biest”, „Blaubart“ oder „Nussknacker und Mausekönig“, in denen sich die Protagonistinnen am Ende in den hässlichen Mann verlieben und sich Sexualität durch Macht und Gewalt manifestiert. Das Einzige wiederum, was Solito von der unansehnlichen, schnell beendeten Liebe bleibt, ist ein kurzes Souvenir des Glücks, das schnell verblasst.
Das Elend wird in dem von Ceccaldi im Rahmen der Ausstellung publizierten Comicbuch noch umso augenscheinlicher geschildert. Was als ein Traum über sein eigenes unfähiges Handeln interpretiert werden kann, geht die titelgebende Figur Solito darin so weit, sich mit dem Tod selbst einzulassen. Er folgt Oscar, einem Soldaten, der, aus einer mystischen Welt kommend, nicht viel mehr ist als „ein Kadaver, eine leere Schale, auf den sich seine Fantasien stürzen“ (J. Ceccaldi). Solito wird seltsam ambivalent dargestellt: Verzweifelt auf der Suche nach Partnerschaft und Geborgenheit, agiert er zugleich masochistisch, in dem er seine wahre Bestimmung, nämlich für immer zurückgewiesen zu werden, selbst orchestriert. Er spielt mit dem Tod wie man mit Puppen spielen würde, und träumt von ewiglich andauernden Kaffeekränzchen in Gesellschaft von Skeletten, während er sich zur gleichen Zeit unterbewusst wünscht, dass sie sich gegen ihn wenden. Indem er ihr Vertrauen missbraucht, wird er am Ende unweigerlich in die reale Welt auf einen Bürgersteig zurückgeworfen – ein Verweis auf die Geschichte “Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern” von Hans-Christian Andersen, einer der wohl prominentesten Märchenschreiber.
Als direkte Vorlage für Solitos Charakterzüge dienen Ceccaldi denn auch intime Details über dessen Leben, nach denen bekannt ist, dass Andersen keinerlei sexuelle Beziehungen zu Frauen oder zu Männern unterhielt und sich stattdessen nach jeder Begegnung intensiver Selbstbefriedigung hingab. Beschrieben als kindlich und liebestoll, galt er innerhalb der Kopenhagener Elite des 19. Jahrhunderts als Außenseiter und Alleingänger, so dass er am Ende seiner Tage alleine und einsam starb. Seine Original-Märchen waren pervers und morbide; seine leidenden Heldinnen starben oft eines qualvollen Todes. Spätere Adaptionen seiner eher tragischen Geschichten, die meist ohne Happy End ausgingen, wurden später umgeschrieben.
Weitere ästhetische sowie konzeptuelle Bezüge lassen sich vor allem in der Animationserie „Die Revolution des Mädchens Utena” (1997) von Kunihiko Ikuhara und den Manga „The Rose of Versailles” (1972) oder „Oniisama E” (1975) von Riyoko Ikeda finden, in denen Symbole des Märchens, Androgynität und unausweichliche Schicksale mit modernen Kontexten und zeitgenössischen thematischen Auseinandersetzungen kombiniert werden. Die Ausstellung übernimmt von diesen Werken auch den freizügigen Umgang, Mythen von verschiedenen Orten und über verschiedene Epochen hinweg, vom Mittelalter, zum 19. Jahrhundert, bis in unsere Zeit, miteinander zu verweben.
Diese Ausgangspunkte bilden den referentiellen Rahmen für die im Comic Solito etablierten Figuren und ihr Umfeld, die innerhalb und außerhalb der Ausstellungsräume auf verschiedene Oberflächen transferiert sind: als animierte Videoloops, Skulpturen, digitale Zeichnungen oder als Malereien auf Plastik. Anders als noch auf den Buchseiten folgen die Werke in der Ausstellung keiner konstanten linearen Narration mehr. Inspiriert von der Cel-Art, einer Technik, die für Animationsfilme genutzt wurde, um Hintergründe von den Vordergründen losgelöst zu zeichnen, entstehen Bilder unterschiedlicher Stimmungen durch Überlagerungen, Verschiebungen oder Trompe-l’œil-Effekte. Sie zirkulieren um die Figur Solito herum, der sich die Besucher in der Ausstellungshalle mit ihrer eigenen Körperhaftigkeit annähern. In einer Art kaleidoskopischer Fragmentierung, in der sich dieselbe Figur, oder Aspekte derselben in kleinen Variationen wiederholen – ähnlich wie sich auch Identität aus vielen Einzelteilen zusammensetzt -, ist sie imstande Gefühle von Eitelkeit, Leid und Beengtheit, aber auch Momente emanzipatorischer Befreiung hervorzurufen.

Zur Ausstellung ist das Comicbuch Solito von Julien Ceccaldi erschienen. (36 Seiten, hrsg. von Nikola Dietrich, September 2018). Es kann für € 12 (Mitglieder € 8 ) erworben werden.

Julien Ceccaldi wurde 1987 in Montreal, Kanada, geboren und lebt in New York. Einzelausstellungen umfassen u.a. Human Furniture, Beach Office, Berlin (2017); Gay, Lomex, New York, NY (2017), und King and Slave, Jenny’s, Los Angeles, CA. Er nahm in jüngerer Zeit an Gruppenausstellungen teil wie z.B. Painting Now and Forever 3, Greene Naftali, New York, NY; An Assembly of Shapes, Oakville Galleries, Ontario, Canada; oder The Present in Drag,
9th Berlin Biennale for Contemporary Art, Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung von
Solito_logoleiste
Weiterer Dank an Gaga, Mexico City / Los Angeles & Jenny’s, Los Angeles

Veranstaltungsprogramm:

SEPTEMBER
Fr 7.9., 21 Uhr
Lesung aus dem Comicbuch Solito
von Julien Ceccaldi (in Engl.)

Sa 8.9., 16 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Juliane Duft

So 9.9., 19 Uhr
Artist Talk mit Julien Ceccaldi
mit der Präsentation von japanischen Animationsfilmen (in Engl.)

Do 13.9., 17 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Jasmin Werner

Do 20.9., 17 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Nikola Dietrich

Do 20.9., 18 Uhr
Film im Kino
Kunihiko Ikuhara, La Fillette Revolutionnaire Utena, 1999 (OmU, dt. UT)

Di 25.9., 18 Uhr
Film im Kino
Catherine Breillat, Barbe Bleue, 2009 (OmU, engl. UT)

So 30.9., 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Jasmin Werner

OKTOBER
Do 11.10., 17 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Juliane Duft

Do 11.10., 18 Uhr
Film im Kino
Catherine Breillat, La Belle Endormie, 2011 (OmU, engl. UT)

Do 18.10., 18 Uhr
Film im Kino
Mori Masaki, The Door into Summer, 1975 (OmU, engl. UT)

So 21.10., 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Jasmin Werner

Do 25.10., 17 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Jasmin Werner

Do 25.10., 18 Uhr
Film im Kino
Catherine Breillat, 36 Fillette, 1988 (OmU, engl. UT)

NOVEMBER
Sa 3.11., 18 Uhr – 2 Uhr
Museumsnacht 2018
Führungen durch die Ausstellung und SOLITO BAR:
Anime-Filmscreenings, Karaoke & japanische Snacks
in Zusammenarbeit mit dem Bistro Kombu (Düsseldorf-Benrath)

Mi 7.11., 17 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Nikola Dietrich

Mi 7.11., 18 Uhr
Film im Kino
Chantal Akerman, Golden Eighties, 1986 (35mm-Film, OmU, dt. UT)
mit einer Einführung von Juliane Duft

Mit freundlicher Unterstützung des Filmclub 813

Comic
Julien Ceccaldi: Solito, 2018

Solito_Comic_Cover

Zur Ausstellung von Julien Ceccaldi erscheint das Comicbuch Solito (hrsg. von Nikola Dietrich).

Titel: Solito
Hrsg.: Kölnischer Kunstverein
Format: 15,2 x 23 cm
Anzahl der Seiten: 36, geheftet, s/w
Sprache: Englisch
Erscheinungsdatum: September 2018
Preis: 8,00 Euro (Mitglieder), 12,00 Euro (regulär)


Bestellung

Hiermit bestelle ich VERBINDLICH die unten aufgeführte Publikation.
Die Bestellmodalitäten sowie die AGBs habe ich zur Kenntnis genommen.

Vorwahl & Rufnummer (z.B. 0221217021 oder 01712223333)