Vereinsgabe 2018
Wolfgang Tillmans

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Wolfgang Tillmans: Vereinsgabe Kölnischer Kunstverein 2018
Langspielplatte, Offsetdruck-Cover und -Innentasche, gestaltet von Wolfgang Tillmans
© Foto: Studio Wolfgang Tillmans

Wir freuen uns sehr, für die Vereinsgabe 2018 den Künstler Wolfgang Tillmans gewonnen zu haben. Trotz seines überaus dichten Ausstellungsjahres hat er ein Werk speziell für die Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins entworfen. Dabei räumt er seinem fortwährenden Interesse an Musik einen Platz ein, indem er eine Schallplatte produziert sowie ein Cover und eine Innentasche gestaltet hat. Entstanden ist ein „Kehrschaufel“-Konzert für die A-Seite und eine Musik-Collage von selbst mitgeschnittenen Radio-Aufnahmen aus den 80er-und 90er-Jahren, außerdem ein eigener Song „The Future is Unwritten“ von 1985 für die B-Seite.

Wolfgang Tillmans ist einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart. Am Beginn seiner Karriere standen seine scheinbar beiläufigen, Schnappschuss-artigen Fotoaufnahmen von Freunden und Jugendlichen seiner direkten Umgebung, so dass er alsbald als Dokumentarist seiner Generation, insbesondere von der Londoner Club- und Schwulenszene, angesehen wurde. Seine künstlerische Praxis umfasst inzwischen ein breites Spektrum an Genres: Portraits, Stillleben, Landschafts- und abstrakte Fotografien ebenso wie skulpturale Abstraktionen, Videoarbeiten und Musikprojekte – allesamt motiviert von einem ästhetischen wie politischen Interesse sowie einem grundsätzlichen Nachdenken über die Welt.

Seit den 1990er-Jahren hat er zahlreiche, zumeist selbst konzipierte und gestaltete Publikationen und Editorials veröffentlicht, seit 1990 regelmäßig in der in Köln ansässigen Spex oder der Londoner i-D. Seit einigen Jahren legt Tillmans wieder einen verstärkten Fokus auf Musik: er produziert eigene Songs und Musikvideos und tritt als Musiker und DJ auf. Innerhalb der letzten zwei Jahre sind sieben musikalische Veröffentlichungen, überwiegend EPs, von Wolfgang Tillmans erschienen: als Solokünstler, als Kollaborateur mit Musikern wie Billie Ray Martin oder Roman Flügel und als ‘Fragile’, einem in verschiedenen Konstellationen auftretenden Performance-Projekt. 2014 konzipierte Tillmans die dreiteilige Ausstellungsreihe Playback Room in seinem non-profit Ausstellungsraum Between Bridges, den er im selben Jahr in Berlin wiedereröffnete, nachdem er seit 2006 in London beheimatet war. 2016 wurden Playback Rooms im Lenbachhaus in München und 2017 innerhalb einer Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans in der Tate Modern eingerichtet. Vergleichbar mit musealen Räumen, die einen optimalen Rahmen zum Betrachten von Kunst ermöglichen, wurden die Playback Rooms als Orte konzipiert, an dem Musik in Studioqualität erfahren werden kann.
Im Kölnischen Kunstverein wird nun anlässlich der Gestaltung der Vereinsgabe ab 22. November ebenfalls eine Art Playback Room eingerichtet werden, um den Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, Tillmans‘ Musik in Originalqualität und als Langspielplatte hören zu können.

Wolfgang Tillmans wurde 1968 in Remscheid geboren und studierte von 1990 bis 1992 am Bournemouth and Poole College of Art and Design. Als erstem Fotografen und nichtbritischem Künstler wurde ihm 2000 der Turner Prize verliehen, 2013 wurde er Mitglied der Royal Academy of Arts, 2015 erhielt er den Hasselblad Foundation International Award in Photography und kürzlich den Kaiserring 2018 der Stadt Goslar. Seit den frühen 1990er Jahren werden seine Arbeiten in großen Einzelausstellungen in internationalen Institutionen gezeigt; in den letzten Jahren unter anderem in der Kunsthalle Zürich (2012), im Moderna Museet in Stockholm (2012/2013), im K21 in Düsseldorf (2013), im National Museum of Art in Osaka (2015), im Serralves Museum in Porto (2016), in der Tate Modern in London (2017), in der Fondation Beyeler in Basel (2017), im Kunstverein Hamburg (2017) und im Carré d’Art – Musée d’art contemporain in Nîmes (2018). Anfang 2018 eröffnete Tillmans Einzelausstellungen im Musée d’Art Contemporain et de Multimédias in Kinshasa und in der Circle Art Gallery und im GoDown Arts Centre Nairobi in Kenya, die ersten Stationen einer Ausstellungstour in Afrika und Asien. Seit 1993 wird Wolfgang Tillmans von der Galerie Buchholz in Köln und Berlin gezeigt und seine Werke sind in vielen Kunstsammlungen im Rheinland vertreten. Zuletzt waren seine Arbeiten innerhalb von Gruppenausstellungen u.a. in der Städtischen Galerie in Remscheid, im Museum Ludwig in Köln, im Kunstmuseum Bonn und im Folkwang Museum Essen zu sehen. Wolfgang Tillmans lebt und arbeitet in Berlin und London.

Ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Freunde und Partner wäre die Umsetzung von ambitionierten Projekten, wie die Realisierung einer Vereinsgabe, nicht möglich. Zuvorderst möchte ich Wolfgang Tillmans herzlich für diese einzigartige Arbeit und seine Zeit danken, die er für ihre Konzeption und Umsetzung aufgebracht hat. Ebenso danke ich Lena Zimmermann, der Galerie Buchholz und dem Studio Tillmans in Berlin. Unser außerordentlicher Dank richtet sich an Susanne Imhoff und die Imhoff Stiftung, die die Produktion des Werkes – nun bereits zum sechsten Mal – mit großer Begeisterung unterstützt haben.

Unsere Mitglieder können die Vereinsgabe ab dem 23. Oktober 2018 während der Ausstellungsöffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr) abholen. Bitte beachten Sie, dass eine Abholung in der ausstellungsfreien Zeit nicht möglich ist! Bis zum 30. September 2019 ist das Kunstwerk für die Vereinsmitglieder reserviert.

Hintergrund:
Der Kölnische Kunstverein initiierte im Herbst 2013 ein außergewöhnliches Projekt, das einen Brückenschlag zwischen den historischen Traditionen deutscher Kunstvereine und der Gegenwart darstellt. In Anlehnung an die im 19. Jahrhundert weit verbreiteten “Nietenblätter“, wurde die sog. „Vereinsgabe“ ins Leben gerufen, die den Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Dabei handelt es sich um ein Original, dessen Auflage sich nach der Höhe der Mitgliederzahl richtet. Mit dieser Geste soll daran erinnert werden, dass die Mitglieder die zentrale Grundlage für die Aktivitäten des Kunstvereins darstellen und sich mit der Institution seit ihrer Begründung im 19. Jahrhundert ein klarer demokratischer Gedanke verbindet. Die bisherigen Autoren der Vereinsgabe waren Rosemarie Trockel (2013), Lawrence Weiner (2014), Kai Althoff (2015), Isa Genzken (2016) und Luc Tuymans (2017).

Vereinsgabe 2017: Luc Tuymans
Vereinsgabe 2016: Isa Genzken
Vereinsgabe 2015: Kai Althoff
Vereinsgabe 2014: Lawrence Weiner
Vereinsgabe 2013: Rosemarie Trockel

Mit freundlicher Unterstützung durch:
Imhoff Stiftung

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Vereinsgabe 2017
Luc Tuymans

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Luc Tuymans: Apple (Vereinsgabe), 2017
Digitaldruck auf Karton, 25 x 26,5 cm
ungerahmt, rückseitig handsigniert

© Foto: Simon Vogel

Wichtiger Hinweis – Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins können die Vereinsgabe ab dem 17. Februar 2017 während der Ausstellungsöffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr) abholen. Bitte beachten Sie, dass eine Abholung in der ausstellungsfreien Zeit nicht möglich ist! Bis zum 31. August 2018 ist das Kunstwerk für die Vereinsmitglieder reserviert.

Es ist uns eine große Freude und Ehre, mitteilen zu können, dass sich der Maler und Zeichner Luc Tuymans dazu bereit erklärt hat, die Vereinsgabe 2017 zu gestalten. Tuymans, der 1958 in der belgischen Stadt Mortsel geboren wurde, zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. So war er bereits zweimal an der Documenta in Kassel beteiligt (1992 und 2002) und repräsentierte das Land Belgien auf der Biennale von Venedig (2001). Zudem wurde sein Schaffen in den vergangenen fünfzehn Jahren sowohl in Europa als auch in Amerika im Rahmen von umfassenden Retrospektiven gewürdigt.

In den Fokus der internationalen Kunstszene geriet das Werk von Tuymans zu Beginn der 1990er Jahre, als die Gattung Malerei kaum mehr Relevanz zu haben schien. Damals präsentierte er zumeist kleinformatige Gemälde, die durch eine zurückgenommene Farbpalette gekennzeichnet waren, so dass seine Bildmotive wie ausgewaschen oder verblichen anmuteten. Die Reduktion, Unaufdringlichkeit und Stille der Arbeiten stand dabei nicht selten im Gegensatz zu der Drastik und inhaltlichen Vehemenz der dargestellten Themen, bei denen es sich um geschichtliche wie auch soziale Ereignisse, Prozesse und Phänomene, wie etwa den Holocaust oder später die Kolonialpolitik in Belgisch-Kongo und den 11. September 2001, handelte.

Die Themen von Tuymans beschränken sich allerdings nicht auf Schreckensszenarien der Menschheit; in seinem Œuvre treffen ebenfalls Darstellungen von trivialen Momenten des Alltags auf Auseinandersetzungen mit elementaren Daseinsbedingungen. Unabhängig vom Sujet zeugen die Arbeiten des Belgiers von dem Bestreben, sich der Problematik zu nähern, wie sich individuelles oder kollektives Gedächtnis konstituiert und welche Rolle Bilder in diesem Zusammenhang einnehmen können.

Bei der Arbeit, die Tuymans als Vereinsgabe exklusiv für die Mitglieder des Kölnischen Kunstverein gestaltet hat und mit der wir uns bei ihnen für Ihre andauernde Unterstützung bedanken möchten, handelt es sich um einen annähernd quadratischen Digitaldruck auf Karton, der einen Apfel zeigt. Das Obststück, das in matten Grau- und Grüntönen dargestellt ist, scheint im unteren Bereich aus der Form gebracht zu sein, wobei unklar ist, was zum Verlust des Fruchtfleisches geführt hat. Dabei ruft das Bild unweigerlich sowohl die vielfältige Symbolik des Apfels, als auch die Tradition der Vanitas in Erinnerungen, so dass das Werk weit über den wiedergegebenen Gegenstand hinausweist.

Die Umsetzung von ambitionierten Projekten, wie die Realisierung einer Vereinsgabe, ist nicht ohne die Unterstützung unserer Freunde und Partner möglich. Insofern möchten wir in diesem Zusammenhang zunächst einmal Luc Tuymans herzlich dafür danken, dass er – nach Rosemarie Trockel, Lawrence Weiner, Kai Althoff sowie Isa Genzken – sein Einverständnis gegeben hat, ein Werk für die Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins zu gestalten. Ferner gilt unser Dank Frau Gerburg Imhoff, Frau Jutta Rohde sowie der Imhoff Stiftung, die die Produktion des Werkes mit großer Begeisterung gefördert haben.

Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins können die Vereinsgabe ab dem 21. Oktober 2017 während der Ausstellungsöffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr) abholen. Bitte beachten Sie, dass eine Abholung in der ausstellungsfreien Zeit nicht möglich ist! Bis zum 31. August 2018 ist das Kunstwerk für die Vereinsmitglieder reserviert.

Hintergrund:
Der Kölnische Kunstverein initiierte im Herbst 2013 ein außergewöhnliches Projekt, das einen Brückenschlag zwischen den historischen Traditionen deutscher Kunstvereine und der Gegenwart darstellt. In Anlehnung an die im 19. Jahrhundert weit verbreiteten “Nietenblätter“, wurde die sog. „Vereinsgabe“ ins Leben gerufen, die den Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Dabei handelt es sich um ein Original, dessen Auflage sich nach der Höhe der Mitgliederzahl richtet. Mit dieser Geste soll daran erinnert werden, dass die Mitglieder die zentrale Grundlage für die Aktivitäten des Kunstvereins darstellen und sich mit der Institution seit ihrer Begründung im 19. Jahrhundert ein klarer demokratischer Gedanke verbindet. Die bisherigen Autoren der Vereinsgabe waren Rosemarie Trockel (2013), Lawrence Weiner (2014), Kai Althoff (2015) und Isa Genzken (2016).

Vereinsgabe 2016: Isa Genzken
Vereinsgabe 2015: Kai Althoff
Vereinsgabe 2014: Lawrence Weiner
Vereinsgabe 2013: Rosemarie Trockel

Mit freundlicher Unterstützung durch:
Imhoff Stiftung

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