Cosima von Bonin, 2 Positionen auf einmal

30.10.2004 – 16.01.2005

2 Positionen auf einmal nennt Cosima von Bonin ihre Ausstellung im Kölnischen Kunstverein – ihre erste große Einzelausstellung in einer Kölner Kunstinstitution. 2 Positionen auf einmal sind eigentlich 300 Positionen oder mehr: Die Ausstellung vereint gleichwertig Installationen, Bilder, Objekte, Performances und Filme, handelt von einer Vielzahl von Geschichten und sozialen Beziehungen zu anderen Künstlern und Musikern, von individuellen Erinnerungen und der Absage an die Idee des vereinzelten Künstlersubjekts.

Gemeinsam mit Freunden hat Cosima von Bonin während des Ausstellungsaufbaus einen von ihr entworfenen objektartigen Raum als Set für Performances und Fotoshootings verwendet. Diesen Spielort hat die Künstlerin als einen Holzcontainer und seltsam anmutendes Behältnis für Wohnwelten konzipiert, in dem während einer Performance Menschen mit Tiermasken, ihre Hunde, ein mit Stoff ummantelter Katamaran und eine Gruppe junger Menschen in improvisierten aber auch in vorher festgelegten Szenen miteinander verwickelt wurden. Alle Akteure tragen von Kazu Huggler entworfene Mode aus der kommenden Frühjahr-/Sommerkollektion chidori. Die Musik stammt von der Gruppe Phanom/Ghost (Dirk von Lowtzow und Thies Mynther).
Durch die performative Inszenierung hat der Ort eine narrative Aufladung erfahren, obwohl die Spuren der Akteure nach der Performance dem Besucher wie weggewischt erscheinen. Entstanden ist daraus ein Film, der in der Ausstellung gezeigt wird und die Vorgänge der Performance neu miteinander vereint.

Wie Anspielungen funktionieren auch die Bilder und Arbeiten im anderen Ausstellungsraum, die einen umfassenden Einblick in Cosima von Bonins Arbeitsweise der letzten Jahre geben. Es scheint als wären auch sie Teile einer Handlung und erzählten von verschiedenen individuellen und kollektiven Geschichten. Zugleich beanspruchen die einzelnen Objekte aber auch ihre Autonomie durch ihre aus dem Zusammenhang der Installation losgelösten starken bildnerischen Qualitäten. Es entstehen modellhafte, poetische Räume, voller Verweise und komplexen Beziehungssystemen aus Erinnerungen und Assoziationen, die Cosima von Bonin im Kölnischen Kunstverein konstruiert und in denen auch ihr eigener sozialer Rahmen zum Gegenstand der Kunst wird.

In der Ausstellung beteiligt sind neben der Züricher Modedesignerin Kazu Huggler und der Musikgruppe Phantom/Ghost weitere Künstlerfreunde von Cosima von Bonin, wie Ulla von Brandenburg, Nina Braun, Julia Horstmann, Tellervo Kalleinen, Annette Kelm, Almut Middel, Thomas Ritter, Roman Schramm, Hanna Schwarz, Dejan Mujicic, Jörg Schlürscheid, Akiko Bernhöft, Manfred Hermes und Da Group.

Im Verlag der Buchhandlung Walther König erscheint ein von Cosima von Bonin und Yvonne Quirmbach gestalteter Katalog. In einer losen Abfolge von Szenen dokumentiert er in zahlreichen großformatigen Abbildungen die Installation und Performance, die während des Ausstellungsaufbaus stattgefunden hat. Die Abbildungen werden von einem Text von Manfred Hermes begleitet. Der Katalog mit ca. 140 Seiten, erscheint in deutscher und englischer Sprache und umfasst ca. 200 Farbabbildungen.

Während der Ausstellung zeigt das Kölner Modegeschäft „Heimat“ Filme von Pariser Modeschauen im Kino in der „Brücke“. Zu sehen sein wird „die Quintessenz der Mode, jenseits der üblichen Catwalks. Zehn Designer, zehn Shows. In ungekürzter Form und sonst nur einem Fachpublikum vorbehalten…“ (Andy Scherpereel und Andreas Hoyer).